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Frey impressumt

Tipp 1999: "Harry Rowohlt liest Flann O'Brien"

Als rastloser Texter ist man stetig auf der Suche nach schönen Bildern. Und freut sich außerordentlich, wenn man fündig wird: Die Forderung - £ 5 aus heiterem Himmel - ließ sein Gesicht die Farbe in Kriegszeiten gebräuchlichen Brots annehmen. Der verblüffte Rechtsgelehrte wechselte ebenfalls die Farbe (Zigarrenasche) und lief auf der Suche nach einem Polizisten auf die Straße hinaus.

Obiges stammt von Flann O'Brien, einem irischen Ministerialbeamten, der seine Akten, Romane und Zeitungskolumnen ausnahmslos im Pub zu bearbeiten pflegte. Am 1. April 1966 quittierte seine Leber den Dienst. Zuvor allerdings hat er zu allem Stellung genommen, was den modernen Menschen bewegt.

Geistige Getränke (Seine Sinne verließen ihn und blieben für einen langen Zeitraum in einiger Entfernung.), Flann O'Brien (So hätte James Joyce geschrieben, wenn er nicht bescheuert gewesen wäre.), höhere Bildung (Die Dame, die kaum wusste, wie man sich auf eigene Faust einen Haferbrei bestellt.), Importbier (Pffwoäh!), Verkehr (Ein Mann, der auf einem Damenfahrrad fährt. Das ist der Gipfel der schwefligen Unmoral.), pokerspielende Elementarwesen (Das Licht hier drin ist sehr schlecht, nörgelte die gute Fee, ich kann meine Karten kaum sehen.), Familienfeierlichkeiten (Gegen Mitternacht wurde bereits großzügig Blut vergossen.), Wetter (Als die kümmerliche Halb-Illumination erschien, die bei uns in Corkadoragha als Tag hingenommen wird.) und Fernreisen ("Zur Ewigkeit?" - "Gewiss." - "Werden wir von dort zurückkommen können?" - "Natürlich. Es gibt einen Aufzug.").

Übersetzt hat ihn zu unser aller Glück Harry Rowohlt. (Scheint so, als kämen die Frey'schen Weihnachtstipps ohne diesen Herrn nicht mehr aus.) Dessen CD "Harry Rowohlt liest Flann O'Brien" ist ein sehr vergnüglicher Einstieg in das Gesamtwerk O'Briens und darf - wir kommen jetzt zum eigentlichen Zweck dieses Briefes - auf keinem Gabentisch fehlen.

Fröhliche Weihnachten!

P.S.: Harry Rowohlt selbst ist auch nicht schlecht: Die Fußballmannschaft von Skreen ist nach einem Heiligen benannt, von dem man nichts mehr weiß, außer dass die Fußballmannschaft von Skreen nach ihm benannt ist.